Was du ohne und was nur mit Führung siehst
| Bereich | Ohne Führung (Schlossticket) | Nur mit Führung |
|---|---|---|
| Schlosshof mit Fassaden von Ottheinrichsbau und Friedrichsbau | ja | |
| Großer Altan mit Blick auf Altstadt und Neckar | ja | |
| Großes Fass im Fassbau | ja | |
| Deutsches Apotheken-Museum im Ottheinrichsbau | ja | |
| Räume im Friedrichsbau und Schlosskapelle | klassische Schlossführung | |
| Ruprechtsbau mit Rittersaal und Schlossmodellen | klassische Schlossführung | |
| Nord-Kasematte (kurzer Gang) | klassische Schlossführung | |
| Kaisersaal im Ottheinrichsbau, Englischer Bau | Sonderführungen |
Das Heidelberger Schloss zählt zu den bekanntesten Ruinen der Welt, und genau deshalb überrascht viele Gäste, dass es überhaupt Innenräume gibt. Die meisten Bauten haben ihre Dächer verloren. Nur einige wurden im 19. und 20. Jahrhundert wieder gedeckt oder ausgebaut, und diese Räume öffnen die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg ausschließlich bei Führungen. Alle Touren im Vergleich findest du auf unserer Seite zur Führung durch das Heidelberger Schloss.
Rundgang: die Stationen im Schloss
1Ruprechtsbau: der älteste Wohnpalast
Links vom Eingang steht der Ruprechtsbau, der älteste erhaltene Wohnpalast des Schlosses. Er entstand unter König Ruprecht I., der von 1400 bis 1410 regierte. An der Fassade siehst du sein Wappen mit Reichsadler, pfälzischem Löwen und Wittelsbacher Rauten. Im Erdgeschoss liegen der Rittersaal mit seinen tief heruntergezogenen Kreuzgratgewölben aus dem 15. Jahrhundert und der Modellsaal. Die Schlossmodelle zeigen, wie die Anlage vor der Zerstörung aussah, ideal, um die Ruine zu verstehen.
2Friedrichsbau und Schlosskapelle
Der Friedrichsbau ist der Blickfang im Schlosshof. Kurfürst Friedrich IV. ließ ihn zwischen 1601 und 1607 von seinem Baumeister Johannes Schoch errichten. Die Fassade ist eine steinerne Ahnengalerie: Die Figuren reichen von Karl dem Großen bis zu Friedrich IV. selbst. Innen erwarten dich die Räume, die der Architekt Carl Schäfer ab 1893 im Stil der Renaissance wieder herrichten ließ, mit ornamentierten Holzdecken, Türgewänden und Böden. Im Erdgeschoss liegt die Schlosskapelle, deren Logen und Altar aus dem 18. Jahrhundert stammen. Sie ist bis heute ein beliebter Ort für Trauungen.
3Gläserner Saalbau
Zwischen Friedrichsbau und Ottheinrichsbau steht der Gläserne Saalbau mit seinen Arkaden im Stil der italienischen Renaissance. Bauherr war Kurfürst Friedrich II., der von 1544 bis 1556 regierte. Seinen Namen verdankt das Gebäude einem Festsaal, der einst mit venezianischem Spiegelglas verziert war. Seit 2011 schützt ein gewölbtes Glasdach das ausgebrannte erste Stockwerk. Von den Arkaden hast du bei der Führung einen schönen Blick in den Schlosshof.
4Ottheinrichsbau
Der Ottheinrichsbau gilt als einer der schönsten und frühesten Palastbauten der deutschen Renaissance. Kurfürst Ottheinrich ließ ihn zwischen 1556 und 1559 errichten. Die Figuren der Schaufassade schuf der flämische Bildhauer Alexander Colin: antike Helden, römische Kaiser und christliche Tugenden. Durch die leeren Fenster des Obergeschosses schaust du in den Himmel, denn das Dach ging nach der Sprengung 1693 und dem Blitzschlag 1764 verloren. Im Untergeschoss befindet sich das Deutsche Apotheken-Museum, das im Schlossticket enthalten ist. Der Kaisersaal im ersten Obergeschoss, in dem heute die originalen Fassadenfiguren stehen, ist nur bei Sonderführungen zu sehen.
5Königssaal im Frauenzimmerbau
Bis 1619 war im Erdgeschoss des Frauenzimmerbaus die Hofstube untergebracht, in der der Hof täglich speiste. Nach der Königswahl Friedrichs V. in Böhmen bekam der Raum den Namen Königssaal. Eine Besonderheit: Der Wein konnte über Leitungen direkt aus dem benachbarten Großen Fass in den Saal gepumpt werden. Heute ist der Königssaal ein Festsaal für Konzerte, Bälle und Firmenfeiern. Du erlebst ihn also vor allem bei Veranstaltungen.
6Dicker Turm und Englischer Bau
Am Stückgarten erhebt sich der Dicke Turm. Kurfürst Ludwig V. ließ ihn 1533 errichten, seine Mauern sind rund sieben Meter stark. Friedrich V. setzte einen 16-eckigen Festraum mit großen Fenstern darauf, in dem der Hof speiste, Theater spielte und Konzerte hörte. Direkt daneben steht der Englische Bau, den Friedrich V. von 1612 bis 1614 für seine Frau Elizabeth Stuart bauen ließ. Beide sind heute Ruinen ohne Dach. Im Sommer spielen hier die Heidelberger Schlossfestspiele, und bei Sonderführungen geht es in den Englischen Bau.
7Gesprengter Turm
Der Krautturm, besser bekannt als Gesprengter Turm, zeigt die Zerstörung am eindrucksvollsten. Im Untergeschoss lagerte das „Kraut“, also Schießpulver. Französische Minen sprengten im Pfälzischen Erbfolgekrieg die rund 6,50 Meter starke Mauer, ein Drittel davon liegt bis heute im Hirschgraben. Du siehst ihn am besten vom Schlossgarten aus, den du frei betreten kannst. Mehr dazu auf unserer Seite zum Schlossgarten und Hortus Palatinus.
Foto: Immanuel Giel · Public Domain · Nachweis
Kurze Geschichte des Schlosses
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1225 | erste urkundliche Erwähnung einer Burg in Heidelberg |
| um 1400 | König Ruprecht I. lässt den Ruprechtsbau errichten |
| 16. Jh. | Ludwig V. baut das Schloss zur Festung aus, Ottheinrich und Friedrich II. setzen Renaissance-Paläste |
| 1601 bis 1619 | Friedrichsbau, Englischer Bau und Hortus Palatinus entstehen |
| 1689 und 1693 | französische Truppen zerstören und sprengen das Schloss im Pfälzischen Erbfolgekrieg |
| 1720 | Kurfürst Karl Philipp verlegt die Residenz nach Mannheim |
| 1764 | ein Blitzschlag lässt die wieder hergerichteten Teile ausbrennen |
| frühes 19. Jh. | Charles de Graimberg setzt sich für den Erhalt der Ruine ein |
| ab 1893 | Carl Schäfer stellt den Friedrichsbau wieder her |
Wann wurde das Heidelberger Schloss zerstört?
Die entscheidenden Zerstörungen fallen in den Pfälzischen Erbfolgekrieg von 1688 bis 1697. Französische Truppen setzten das Schloss 1689 in Brand und sprengten 1693 weitere Teile. Die Kurfürsten von der Pfalz begannen zwar mit dem Wiederaufbau, verlegten ihre Residenz aber 1720 nach Mannheim. Als 1764 ein Blitz einschlug, brannten die wieder hergerichteten Bauten aus. Seitdem ist das Heidelberger Schloss eine Ruine. Im 19. Jahrhundert wurde sie zum Inbegriff deutscher Romantik. Daran erinnert jedes Jahr die Schlossbeleuchtung mit bengalischem Feuer.
Lohnt sich eine Führung für die Innenräume?
Ja, vor allem beim ersten Besuch. Ohne Führung stehst du im Schlosshof vor den Fassaden, kommst aber in kein Gebäude außer Fassbau und Apotheken-Museum. Mit Guide siehst du nicht nur die Räume, sondern verstehst auch, warum der Friedrichsbau so anders aussieht als der Ottheinrichsbau und warum das Schloss halb Ruine, halb restauriert ist. Die klassische Schlossführung gibt es mehrmals täglich auf Deutsch und Englisch. Für Kinder gibt es eigene Familienführungen, Termine stehen im Veranstaltungskalender der Schlossverwaltung.
Wer lieber vorab online bucht, findet auf GetYourGuide Rundgänge durch das Heidelberger Schloss mit festen Startzeiten:
Freie Termine: Entdecke das Heidelberger Schloss
Werbung · Partner GetYourGuide
Alle Angebote bei GetYourGuide ansehen · Preise und Verfügbarkeit live von GetYourGuide, Stornobedingungen im jeweiligen Angebot.
Tipps für deine Besichtigung
- Zeit einplanen: Für Schlosshof, Fass, Altan und Museum rechnest du mit zwei bis drei Stunden, mit Führung entsprechend mehr.
- Früh starten: Schlosshof und Fasskeller öffnen täglich um 9 Uhr, letzter Einlass ist um 17:30 Uhr (Stand Oktober 2026). Alle Zeiten findest du bei den Öffnungszeiten.
- Barrierefreiheit: Mit dem Rollstuhl sind laut Schlossverwaltung der Königssaal, die Schlosskapelle, der Gläserne Saalbau, der Ottheinrichsbau und das Erdgeschoss des Ruprechtsbaus zugänglich. Der Schlosshof ist mit grobem Kopfsteinpflaster belegt.
- Startpunkt Besucherzentrum: Das Besucherzentrum am Eingang ist barrierefrei und hat Toiletten. Für Schlosshof und Schlossgarten gibt es Audioguides in vielen Sprachen.
Fragen zu den Innenräumen
Kann man das Heidelberger Schloss von innen besichtigen?
Ja, aber die Innenräume sind nur im Rahmen einer Führung zugänglich. Die klassische Schlossführung dauert 60 Minuten und kostet 6 € zusätzlich zum Schlossticket (Stand Oktober 2026). Ohne Führung siehst du Schlosshof, Großen Altan, Großes Fass und das Deutsche Apotheken-Museum.
Welche Räume zeigt die Schlossführung?
Die Schlossführungen zeigen unter anderem die um 1900 wieder eingerichteten Räume im Friedrichsbau, die Schlosskapelle, die Schlossmodelle im Ruprechtsbau, die Arkaden des Gläsernen Saalbaus und einen kurzen Gang durch die Nord-Kasematte. Kaisersaal und Englischer Bau sind Sonderführungen vorbehalten.
Warum ist das Heidelberger Schloss eine Ruine?
Französische Truppen zerstörten das Schloss im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 und sprengten es 1693. Nach einem Teilwiederaufbau schlug 1764 ein Blitz ein und ließ die bewohnten Teile ausbrennen. Danach blieb das Schloss eine Ruine und wurde zum Symbol der Romantik.
Wie viel Zeit braucht man für Schloss Heidelberg?
Für Schlosshof, Großes Fass, Altan und Apotheken-Museum solltest du zwei bis drei Stunden einplanen. Mit Führung und Spaziergang durch den Schlossgarten wird schnell ein halber Tag daraus.
Ist der Königssaal bei der Besichtigung zu sehen?
Der Königssaal im Frauenzimmerbau wird heute vor allem als Festsaal für Veranstaltungen vermietet. Laut Schlossverwaltung ist er wie die übrigen Innenräume nur mit Führung oder bei Veranstaltungen zugänglich.